Bis ans Ende ihrer Tage

Ja genau das. NIE hatte ich solchen Kummer, so langanhaltend und intensiv wie wegen dem Wolf. Er gibt mir quasi die Garantie dafür. So wenig er verlässlich ist – darauf kann ich mich verlassen. So sicher wie der Tod. Amen.

Liebeserklärung hin oder her. Er möchte gerne den Status der UNerfüllten Liebe kultivieren. What the fuck, anders lässt sich das nicht erklären.

Zwischen uns liegen ca 400km.

Das muss wahre Liebe sein. Nein. Ist es nicht.

Wolf: Was soll ich denn in deiner Stadt? Da gibt es nichts außer dich. Ich weiß nicht mal ob ich wieder zurück nach Deutschland will.

Ich weiß nicht mal, ob ich noch überhaupt weiß, was normal ist. Aber das sicher nicht.

All diese Männer, die nicht über mich hinweg kommen, aber in Passivität verharren. So genau, so sieht Liebe aus.

Es ist mir jetzt egal.

Ich erleide ja noch einen Herzinfarkt wegen ihm. Mindestens aber, übersehe ich anderes. Andere.

Freundin: Es tut mir Leid, dass du irgendwie traurig zu sein scheinst…

Und das ist es. Ich habe mit ihr nicht mal darüber geredet. Und ich sehe anscheinend aus wie der wandelnde Tod. Mein Fokus hat sich wieder auf ihn verschoben, auf jemanden, mit dem es nicht klappt. Never.

Nächste Woche gehe ich auf 4 Dates. Vielleicht auch nur 3, vielleicht auch nur 2, so wie ich mich kenne.

Ich denke nicht, dass ich einer von diesen Typen wirklich Potenzial hat. Aber es ist alles besser als diese Wolfsscheiße, diese Melancholie, diese Wut, diese Enttäuschung. Ich bin schon genervt darüber, dass es immer dieselben Muster mit ihm annimmt. Ich bin es Leid darüber mit meinen Freunden zu reden. Als wäre ich unbelehrbar.

Wolf: Du könntest mir ja auch mal etwas Schönes schreiben, wenn du merkst, dass ich auf das andere nicht reagiere…

What the hell, aber no way!!!

Ich könnte höchstens schreiben: Danke für deine Gedanken und Gefühle, die du nicht umsetzt. Danke fürs Nichtstun, danke für das Schwelgen in es war einmal, danke, dass du nicht da bist. Danke.

Danke für die Erinnerung, dass jede Enttäuschung die ich wegen einem Mann erlitten habe, sich 20 Mal weniger schlimm angefühlt hat, als die mit dir. Dagegen ist sogar Zuckerberg ein Klacks. Dagegen habe ich das kurze Intermezzo mit dem ExEx sogar schneller wieder vergessen.

Wolf (schickt mir ein Zitat): „A lot of artists don’t understand it themselves. They feel different, but they don’t know what it is. They feel more. […] “ (Rick Rubin)

Du bist ein Künstler im enttäuschen, im selbst betrügen und im nicht-wahrhaftig sein.

Das ist deine Kunst.

Und du weißt nicht, was Kunst ist. Künstler machen. Künstler erschaffen. Du machst nichts.


Ich will nicht mehr der Miesepeter sein, der ständig 1000 Dinge tut, aber halbherzig, Wenn. Dieser. Mann. Auftaucht.

Ich will keinen Mann, der so unzufrieden ist, mit dem was er tut. Und dann denkt, sich an mir abzuarbeiten. Oder die Stress suchen. Also mich. Männer, die so gestresst sind, dass sie keinen Stress ertragen, kann ich aber auch nicht gebrauchen.

Ich fühl mich nicht mehr wohl, in meiner Haut, aber ich bin dabei es zu ändern.

Ein bisschen habe ich aber schon Angst, dass ich IMMER die bleiben werde, die bei den Pärchen alleine mit dabei sitzt. Die dieses Leben der Selbstsuche usw für immer führt. Ich will auch ein bisschen Klassik.

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V wie Verlieren

 

Liebe ich dich oder die Liebe?

Inwieweit gibt es da diesen Unterschied?

Mein Streben versus dein Verharren.

Wonach strebe ich und wovor hast du Angst?

Ich brauche Sicherheit, ein Wort der Bekenntnis, der Festigkeit, des Vertrauens. Eine Entscheidung. Für mich. Ich will keine Option sein. Kein Gedanke, der sich in Luft auflöst, bis du wieder ein bisschen von mir inhalierst.

Was will ich?

Bin ich egoistisch wenn ich nicht das nehme, was ich kriegen kann von dir? Wäre das nicht Liebe, wenn man zufrieden ist, mit dem was du gibst?

Mir fehlt das Vertrauen. Ohne das kann ich mich nicht einlassen und ruhig sein. Und zuschauen.

Es war schon immer so zwischen uns. Auf und ab. Hin und her. Glücklich und Unglücklich.

Als wir zusammen waren, war ich immer so glücklich. Weil ich dachte, so soll es sein. So kann es weitergehen, so können wir weitergehen.

Aber ein bisschen hat es sich auch immer so angefühlt, als ob ich dich gefangen genommen habe.

Ich wünschte so sehr, das alles entspannt sein könnte. Dass du dich von dieser seltsamen Angst lösen kannst. Dass ich einfach zu dir kann, ohne das es schwierig ist, ohne dass das immer ein großes Ding ist.

Wenn ich da bin, fühle ich wie du dich eingeengt fühlst. Wie du kämpfst, mit dir selbst. Weil du weißt, wenn wir nicht zusammen sind, ist es auch nicht richtig. Aber eines: einfacher.

Du bist nicht  gegangen damals, sondern geflüchtet.

Und jetzt schreiben wir über Dinge, als wäre fast nichts geschehen. Du und ich.

Wie soll ich jemals von dir loskommen, wenn es so weiter läuft. Wenn ich spüre, wenn du fühlst.

Wieso kann ich nicht machen was ich will? Ich kann nicht geduldig sein. Ich kann keinen verdammten Monat warten.

Ich schimpfe dich aus, weil du manchmal so lange brauchst zum antworten. Du antwortest mit einem halben Roman, indem du mir erklärst warum das so ist. Und das ist ok für mich. Mit jedem Satz verfalle ich dir wieder mehr, jeder Satz erinnert mich, dass du weißt was ich brauche. Wie ich es brauche. Immer.

Du sagst: Du bist ein Mittel, dass mich infiziert hat, von dem ich nicht weiß, wie ich es los kriegen soll.

Du nimmst wieder zu viel Raum ein in meinem Kopf. Jeder Mann wird dadurch uninteressant. Mir gefällt das nicht. Es ist nicht richtig, es ist falsch, da du keinen Platz mehr hast. Immer dieses „Ich will wissen wie es dir geht?“

Mein Vater sagte mir: Wenn dich jemand nicht will, dann nimm nicht deine sieben Sachen und geh. Schau dich nicht um, was für Dinge du noch zurück gelassen haben könntest. Alles was du brauchst ist dein Stolz. Nimm deinen Stolz, hebe ihn vom Boden auf und geh.

Der Wolf könnte mir Rosen ans Fenster werfen. Wenn er mich nicht will, dann sollte ich nicht bleiben.

Nicht mal einen Monat. Weil ich es nicht kann. Ich warte nicht mehr. Zwei Jahre sind genug.

Ich weiß mittlerweile dass ich ohne ihn leben kann. Ich weiß, dass ich mit ihm leben kann. Aber mit dem zwischendrin kann ich nicht leben.

Wäre es nicht er, würde ich mich über meine eigene Ungeduld aufregen. würde Kritik von Freunden annehmen. Aber es ist nun mal er. Sag mir, auf WAS soll ich warten? Er ist sich seiner Gefühle bewusst. Ich meiner. Es geschieht nichts von allein. Man kann warten. Und so weiter machen ohne Sinn und Verstand. Mit jeder gewarteten Woche werden die Kilometer nicht weniger.

Es gibt nur ein wir oder frei sein. Das muss er auch verstehen. Deswegen bringt es nichts, wenn ich einfach alles abbreche. Ich werde ihn immer wieder suchen und er mich. Wenn wir es nicht verstehen, was es bedeutet. Wenn wir alles begraben oder entstehen lassen. Aber das kann ich nur mit ihm.

 

Bierblockromantik und Kneipenpoeten

Die Überschrift ist inspiriert von der lieben Losti und dem guten Fortunato.
Es geht um den Wolf.
Gestern Nacht veröffentlichte ich einen Beitrag, der nicht mehr online ist. In ihm ging es um folgendes:
Nachdem der ExEx kürzlich um die Ecke kam, um mir zu verkünden, dass er seine neue Freundin verlassen hat, oder die Beziehung nicht funktionierte WEGEN mir, ist nun der Wolf dran.
Ich war gerade dabei mich von dem Drama zu erholen, da stand schon das nächste Stück bereit.
Wolf: Ich habe Ende des Jahres eine tolle Frau kennengelernt, musste das aber beenden, da du immer noch zu präsent bist.
Witzig, dachte ich. Gerade schon mal so gehört.
Jedenfalls versuchte ich das Ganze als Blabla abzutun und nach dem ersten Moment des Schocks und einem starken Gefühl des Déja-vus, wollte ich mein Handy aus dem Fenster werfen.
Ich war ein bisschen sauer auf den Wolf. Und auf die Menschheit. Warum kommt kein Ex über mich hinweg, ICH BIN ABER NOCH SINGLE?
Kann mir das einer erklären?
Dann kam der Wolf mit besagter Kellnerblockzettelromantik. Auf diesen Zetteln, die er schon Ende Dezember 2017 verfasste, standen Dinge wie:

In jeder Frau suche ich nach ihr. Ich denke jeden verdammten Tag an sie. Ich will für sie da sein. Ich brauche sie. Sie lässt mich fühlen. Ich kann sie nicht vergessen

Er kann das besser ausdrücken….
Sätze dieser Art, die beschreiben warum er nicht von mir los kommt. Als er das alles aufschrieb, hat er mir das nicht geschickt und ich rechne ihm das hoch an, dass er mich nicht in diese Gedanken involviert hat. Denn, der entscheidende Punkt ist: Er kommt zu keinem Ergebnis.
Wenn ich diese Sätze lese, dann berührt mich das sehr. Das muss ich zugeben. Weil es das ist, was ich immer gespürt habe, aber nie hörte von ihm. Ich weiß noch, wie ich darüber schrieb, dass es mich störte, dass er mir nie sagte, dass er mich liebt.
Das hier, diese Sätze wären genug gewesen. Um all meine Ängste zu beseitigen. Auch ohne diese 3 Worte.
Ich muss dazu sagen, dass nicht er es war, der den Kontakt suchte. Es war ich. Als hätte ich es geahnt. Umso mehr überrascht es mich, dass er immer noch solche Gedanken hat. Sie jedoch nicht teilt. Er ist so anders als ich, die jedem Menschen ihre Gedanken und Gefühle um die Ohren hat. (Das ist jetzt schon etwas übertrieben, aber wenn ich jemanden mag, DANN sage ich ihm das.)
Er erzählte mir von dieser Story mit der anderen und ich war kurz davor, mich wieder zu verabschieden. Inklusive Vorwürfen. Dann schickte er mir seine Gedanken mit dem Titel:
Warum Kim?
Warum, Kim, lasse ich das aber zu?
Was sind meine Gefühle?
Er war schon immer meine Schwäche. Ich glaube, ich war in meinem Leben nicht so verliebt, wie in ihn damals.
Ich habe immer noch Gefühle für diesen Mann, und sie sind nicht wie für den ExEx, bei dem so viele andere Dinge mit reinspielen und die man wirklich eher als Verbundenheit beschreiben könnte. Es sind jedoch keine romantischen mehr.
Für den Wolf? Trotzallem habe ich im Gegensatz zu früher eine gewisse Distanz aufgebaut. Und das finde ich ziemlich gut.
Denn es ist nicht möglich mit ihm so zu kommunizieren, wie ich das mag. Natürlich. JETZT sind wir auch kein Paar mehr und deshalb berührt es mich weniger.
Ich könnte jetzt wieder direkt anfangen…
Einige Dinge habe ich aber mit diesem Abstand besser verstanden.
Er ist wahnsinnig sanftmütig und verletzlich von seiner Persönlichkeit her. Ich meine damit nicht schwach oder engelsgleich. Aber er macht sich wirklich viele Gedanken. Und er will nichts schlechtes. Er will bewusst niemanden schaden. Ihm sind die Dinge nicht egal. Und zwar nie. Sein Herz ist schön und gut, auch wenn es seine Handlungen nicht immer sind. Ich werfe mal nicht den ersten Stein.
Das ist auch das, was ich so anziehend finde an ihm.
Wenn er etwas tut, dann mit Ernsthaftigkeit und Glauben daran. Es gibt kein „Ich behandel dich nicht gut, weil….“.
Ich mochte es mit ihm zusammen zu sein. WENN wir zusammen waren. Ich glaube immer noch, dass es funktionieren würde. Wenn wir zusammenleben würden. Ich glaube nur, dann hört das auf. Seine Tendenz zu flüchten und meine hinzuschmeißen.
Aber. Das geht nicht momentan nicht. Und das folgende Gespräch ist so typisch:
Wolf: Wenn du mit dem Master fertig bist, und ich immer noch so extrem mit die beschäftigt bin, komm ich und hol dich zu mir, egal was ist.
Ich: Warum dennDEIN Land?? Ich versteh euch eh nicht und und und und und.
Er sagt diese Dinge nicht rational. WENN ich dann tatsächlich fertig bin, dann dann dann….ach come on.
Ich: Du meinst das nicht wirklich ernst. Du schiebst eine Entscheidung auf, weil du Angst hast. Und wenn es dann soweit ist, fallen dir wieder Gründe ein.
Und was ist eigentlich mit MEINEN Gründen? Du bist dir gar nicht darüber bewusst, was das auslöst, wenn du solche Dinge sagst. Außerdem ist es unrealistisch, dass du in 1,5 Jahren immer noch so viel an mich denkst, wenn wir während dieser Zeit nicht unser UNS weiterentwickeln.
Früher hätte ich niemals so rational reagiert auf so eine Aussage von ihm, sondern wäre halt zerschmolzen wie Gorgonzola in der Pfanne.
Trotzallem. Es ist schön ihn zu hören, er bringt mich zum Lachen, er ist einfach nur nett und freundlich. Und er ist so beschützend, selbst über Hunderte Kilometer hinweg, fühle ich mich bei ihm sicher und aufgehoben.
Aber, ich höre mir zwei Freundinnen dazu an, die die Geschichte kennen. Ok es sind mehr als 2. Jedenfalls spalten sich die Lager in: Mach(t) Nägel mit Köpfen, denn dieses schwammige Hin und Her tut nicht gut UND mach keinen Druck, eure Situation ist wie sie ist und es ändert sich nichts an seinen oder deinen Gefühlen, wenn du jetzt auf eine sofortige Lösung bestehst. Die kenne ich nämlich auch nicht.
Ich finde beides stimmt auf eine Art für mich. Langes Hängen im Nirgendwo und ohne (reale) Zukunft ist auf Dauer nicht gut für mich. Jetzt sofort zu sagen: WIR sind wieder zusammen oder ciao, erscheint mir mega unrealistisch und ist auch nicht das, was ich jetzt so sagen könnte.
Ich denke, ich setze mir eine Frist. Mir selbst, nicht ihm. Einen Monat können wir dieses Hin und Her schreiben, mal telefonieren machen. Dann weiß ich, dass ich weiter schauen will. Nämlich das wir uns wiedersehen. Nur das.
Wenn das nicht klappt, weil er nicht will oder so tut, als wäre es beinah ein Ding der Unmöglichkeit werde ich den Kontakt wieder beenden. Denn einfach so eine emotionale Brieffreundschaft führen will ich nicht, nicht mit ihm. Ich werde NIE neutral mit ihm sein können. Und bevor sich das dann ins Bodenlose zieht, will ich das man weiter geht. Und dann weiter schaut.
Aber es braucht diesen Rahmen. ICH brauche ihn. Auch wenn er mich noch so….liebt?
Aber wenn er nicht kann, dann muss man es lassen. Aber dann wird sich das auch nie ändern. Niemals. Egal wie die Umstände mal sein werden.

Das Ende vom Anfang: Ende

Die Episode mit dem ExEx bringt mich sehr aus der Bahn. Wie ich noch schrieb, endlich glücklich für mich sein zu können. Ach.

Seit wir wieder in diesem Kontakt stehen geht es mir nicht gut. Ich bin unglücklich, das Ganze grenzt an eine depressive Stimmung.

Ich stehe auf und der Tag liegt vor mir. Schwer und unmachbar. Ich bin fertig gemacht und eigentlich bereit. Aber ich will nicht. Ich denke darüber nach, was ich alles tun muss. Nichts ungewöhnliches. Morgens arbeiten. Mittags Uni bis abends. Und dann verabredet.

Alles erscheint mir so schwer. Und ich will einfach nur zurück ins Bett, mir die Decke über den Kopf ziehen und nachdenken.

Aber ich gehe arbeiten, ich gehe zur Uni und abends zu meiner Verabredung. Und alles macht mich froher, als alleine im Bett zu liegen und sich scheiße zu fühlen. Alles ist sogar ziemlich gut. Weil ich es mir so ausgesucht habe.

Mit meiner Freundin bin ich bei einem Freund von ihr, den ich kennengelernt habe und der mich gut fand. Ich schaue seine gemalten Bilder an, seine Fotografien. Andere Bilder. Ich fühle mich sehr wohl. Er hat an einer Wand Abdrücke von den Brüsten all seiner Freundinnen. Er zeigt uns seinen Mescalin-Kaktus

Ich erzähle von meinem Stresslevel zurzeit. Wir legen uns aufs Sofa und da er im Bereich der Verhaltenstherapie etc arbeitet machen wir irgendwann Qi-Gong und Progressive Muskelentspannung. 😀

Alles ist gut.

Und  Fakt ist, dass mich mein ExEx aus meinem Gleichgewicht gebracht hat. Ich bin wütend auf ihn. Sein Leben scheint scheiße zu sein. Ich bin extrem wütend, dass er mich da rein zieht.

Er will befreundet sein. Es scheint mir so, als bräuchte er das. Diese Aufmerksamkeit. Ich bin wütend, weil er ganz ganz nebenbei meinen Lebensstil verachtet und kritisiert. Was fällt ihm ein?!

Nein, ich kann nicht wochenlang nach Neuseeland reisen, JA ich wohne in einer WG, ja ich bin Studentin, NOCH, ja. Er sagt: Wenn ich dich heiraten würde, dann wüsste ich nicht, ob du das alles schaffen würdest, mit Familie und so. Ja, haha, da dachte er vor einigen Jahren aber noch GANZ anders und damals war ich nicht annäherend auf diesem Nievau wie jetzt. Es scheint, als will er sich davon überzeugen, dass ich nicht richtig bin. Aber das beeindruckt mich nicht.

Und er? Kann sich seinen unglücklichen Arsch vor Geld kaum retten und weiß nichts damit anzufangen. Was bringt es 6 Wochen im Jahr glücklich zu sein und in den Urlaub zu gehen, aber den Rest seiner Zeit zu hassen.

Ich will um nichts in der Welt mit ihm tauschen. Einen Job 40h die Woche zu machen, der mich nicht erfüllt. In einer Stadt zu leben, die man nicht mag. Keine Hobbies und Leidenschaften und Interessen zu besitzen.

Ok, ich bin gerade wirklich wütend.

Befreundet will er sein.

Was habe ich davon? Seinen jammernden, melancholischen Ausführungen zuhören? Dann schreibe ich doch lieber selbst darüber.

Was ich sagen will: Er ist nicht mehr der, der er war, den ich liebte. Wenn ich ihn ansehe, steigen unweigerlich diese Gefühle von damals wieder auf. Aber er ist nicht mehr dieser Mann.

Trotzdem kann ich das nicht klar trennen. Ich bin auch wütend auf mich, dass ich das zugelassen habe. Seine Art zieht mich runter und erinnert mich an eine schlimme Zeit, diese Zeit der Trennung, in der ich mich so verloren fühlte. Unsere Beziehung war wie ein Koma und danach musste ich sehr sehr schwer alles wieder lernen. Lernen, alleine zu sein. Lernen, mich alleine glücklich zu machen, Lernen, alleine Lösungen zu finden. Ach alles.

Sprich: sie gibt mir nichts. Dieses Vergangene…wird nie wieder kommen. Wenn es so wäre, würde ich das wieder wollen. Aber das funktioniert eben nicht. Und das ist bitter zu erleben.

Aber ich will an diesen Schmerz nicht erinnert werden. Für am Ende Nichts.

Ich denke, dass diese zwei Jahre mir einiges gezeigt haben. Das Neues möglich ist. Ich mich verlieben kann! In der Zeit, als ich verliebt war in den Wolf, habe ich keinen einzigen Gedanken an den ExEx verschwendet. Klar, vergleicht man auf einer oberflächlichen Ebene. Aber gefühlsmäßig, war der ExEx keine Option. Ich wollte damals nur den Wolf.

Ein wenig kommt mir das vor, als wäre dieses Treffen trotzdem nötig gewesen, um den ExEx von seinem Thron zu heben. Endgültig. Das bedeutet nicht, dass ich unsere Zeit damals relativiere. Aber es gibt kein Zurück mehr. Nicht mal, wenn wir das beide wollten. Denn wir sind nicht mehr diese Menschen von damals. Alles ist nicht mehr damals.

Dieser Schmerz nervt mich gerade trotzdem sehr. Wirklich! Denn er ist viel existentieller als der Schmerz, wenn es mit einem „Neuen“ nicht klappt.

Aber, auch das wird vorbei gehen. Ich rolle mit den Augen. Weil ich echt keine Lust mehr habe, auf diese alten Motten.

Das Ende vom Anfang: Sex

Nach dem Schreiben, dem Telefonieren, sieht der nächste Schritt so aus, dass er mich besuchen will. Ich es will.

Wir es wollen.

Ziemlich spontan für die Entfernung, aber machbar. Als die geplante Uhrzeit immer näher rückt, werde ich immer unruhiger. Irgendwann ist sie so groß, dass ich RAUS muss. Egal, ob ich solange irgendwo rumlaufe im Regen, ich kann nicht mehr zuhause sein und mich ablenken. Ich gehe zur Haustür raus, überlege kurz welche Richtung ich einschlagen soll – da sehe ich ihn. Wir laufen uns entgegen.

Ich bin kurz wieder 19. Ich bin wie verdammte 19. Wir grinsen uns an. Und hören nicht mehr auf.

Schnell, sehr schnell werde ich distanziert und unnatürlich. Ein Jahr haben wir uns nicht mehr gesehen. Das letzte Treffen war furchtbar schlimm. Wie laufen etwas ziellos durch die Gegend herum. Smalltalk. Er will irgendwann wo rein und ich führe ihn zu einem indischen Laden, in dem die Beleuchtung einem OP-Saal gleicht und der eigentlich zum Einkaufen gedacht ist und Essen abholen. Nicht zum Verweilen und reden. Der Vorteil: Kein Mensch ist da und „der Verkäufer/Koch versteht uns sowieso nicht“ 😀

Er fühlt sich unwohl, dass sehe ich ihm an. Direkt gegenüber ist ein teurer Italiener, darauf hab ich keine Lust, aber ich gebe nach. Wir finden sogar einen relativ ungestörten Tisch, denn es ist voll.

Am Anfang bin ich emotional sehr stark und klar. Ich habe zuvor einen 1000 Wörter langen Text geschrieben an Dingen, die ich sagen möchte. Das klappt ganz gut, ich habe das wie als Skript im Kopf. Ich sage, wie ungerecht und unfair ich sein Verhalten fand während dieser 2 Trennungsjahre. Vor allem das letzte. Er kontaktierte mich immer nach dem selben Muster: Ich fühle noch diese Verbindung zwischen uns….

Jedesmal riss er mich damit aus meinem Alltag, jedesmal kratzte er damit wieder die Wunde auf. Denn daraus ergab sich nicht wirklich ein Gespräch. Jedesmal wenn ich darauf einging, emotional darauf reagierte, machte er wieder einen Rückzieher. Und ließ mich stehen. Diese Gefühle hat er mit sich selbst auszumachen und wenn, dann macht man das richtig mit dem anderen. Und nicht so halbherzig.

Er hat diese neue Freundin nie geliebt. Er sagte ihr, dass er nicht diese Verbindung spürte, wie bei uns damals. Wie traurig und leer seine Seele sei, seitdem. Wie verzweifelt diese Frau wäre, da sie nie gegen mich „ankam“ und sich in einer Art Wettkampf mit mir fühlt.

An dem ich bewusst nie teilgenommen habe. Habe ich vielleicht mal etwas gewonnen? Nein, im Ernst:

Alles was er sagt…. ich sehe. Er liebt mich noch immer.

Diese Frau war ein Versuch, das zu leugnen.

Ich kenne ihn. Er ist immer noch wahnsinnig verletzt. Denn ich war oft genug keine gute Freundin, sehr impulsiv, sehr fordernd. Er sagt, mit dieser neuen Frau hätte er sich nie gestritten. „Wie ist das möglich, denke ich mir?“

Mein ExEx braucht das aber. Nicht diese Streits in dem Ausmaß, aber er braucht den Anstoß. Er braucht den Widerstand. Er ist jemand, der alles richtig macht. Immer. Erfolgreich ist, herzlich und selbstbewusst. Aber er hat keine Leidenschaften, keine wahren Interessen, die ihn bis ins Herz berühren. Wie kann das auch sein bei diesem Beruf? Man kann eine Karriere ehrgeizig verfolgen und erfolgreich sein, aber in diesem Bereich wird das Herz nicht berührt. Man erreicht Ziele, mehr nicht. Das ist gut für das Ego, gut für das Konto, aber es fehlt die Erfüllung für die Seele. Das war immer ich. Ich mit meinen Interessen und Leidenschaften und Problemen und Streits und blabla.

Ich habe ihm all das gegeben. Und er hat mir immer wieder den Weg gezeigt, den ich immer wieder dabei bin zu vergessen, weil mich solche Dinge ablenken. Ich habe letztens kurzzeitig den Weg vergessen zum Haus meines Vater, weil ich in Gedanken war und deshalb eine Stunde zu spät kam. Aber wie auch immer.

Irgendwann sagt er: Du bist nicht du selbst. Du bist unsicher.

Und das stimmt, und er erkennt das natürlich. Diese dumme aufgesetzte Art, nehme ich schon seit 2 Jahren gegenüber Männern an.

Ich kann gerade auch gegenüber ihm nicht ganz natürlich sein. Es ist einfach zu lange her und er ist mir trotz Vertrautheit fremd. Dieses Gefühl ist so seltsam. Fremde Vertrautheit.

Irgendwann gehen wir, denn der Chardonnay und die Wärme im Restaurante macht uns müde. Sich schon zu verabschieden ist definitiv zu früh. Ich nehme ihn mit zu mir.

Er lernt meine Mitbewohnerin kennen. Oh Mann.

Die Stimmung bei mir zuhause ist jedoch weniger klar. Und die Frage, ob er hier übernachtet kommt auf. Ihn jetzt noch zurück fahren zu lassen ist scheisse. Er äußert sich nicht klar, aber mir ist klar, dass er ja sagt, wenn ich ja sage. Ich bin nicht mehr klar und dann kommt das dazwischen, was bei IHM schon immer das Problem war. Oder meinetwegen bei allen Männern, für die ich irgendwie etwas empfunden habe:

Der Wunsch nach Nähe. Zuneigung.

Dieser verdammte scheiss Wunsch, übertönt das rational richtige. Nämlich das es zu früh ist. Er ist seit einer Woche Single. Wir sehen uns nach einem Jahr wieder. Das Ekelberg-Chaos steckt mir irgendwie noch in den Knochen. Wir wissen nicht, was wir wollen.

Also sage ich: Bleib hier.

Es ist nicht mehr das gleiche, er ist nicht frei, ich bin es nicht, er sehr gesteuert von seinen sexuellen Wünschen, natürlich ich auch (aber nicht so sehr) und natürlich haben wir Sex. Ich bin nicht ganz dabei, aus 1000 anderen Gründen, alles ist ungeklärt und irgendwie will ich es.

Wir sehen uns nach einem Jahr wieder und wir haben d i r e k t Sex.

Am nächsten Tag stehe ich auf, ziehe mir was über, ungeduscht und ungeschminkt laufe ich aus dem Haus, um die Ecke quasi. Setze mich ich ein großes Zimmer, mit wunderschöner Fensterfront und Blick. Der Stuck an der Decke gefällt mir so unglaublich gut und ich beginne das Gespräch mit einem neuen Menschen in meinem Leben.

Meiner Psychotherapeutin.

„Was führt Sie denn hierher?“

😀

Das Ende vom Anfang: Wahrheit

Dieser Blog entstand am Anfang des Endes meiner Beziehung. Der längsten, der intensivsten, der 7-jährigen.

Ich war in einer Situation, die ich heute nicht mehr nachvollziehen kann. Aber verstehe und akzeptiere. Ich wollte frei sein.

Und ich machte mich frei. Es wurde unglaublich hart. Ich war auf mich allein zurück geworfen. Mit all meinen Dämonen konfrontiert. Meinen lang ignorierten Problemen. Meinen abgenommenen Schwächen.

Ich verliebte mich. Ich lernte neue Männer kennen. Ich lernte viel über mich. Vom Wolf lernte ich manches. Ohne, dass er es mir beibringen wollte. Aber es funktionierte nicht. Denn trotz aller Zuneigung, liebte er mich nicht. Also lernte ich auch Zurückweisung. Seine Art, wie er mit Menschen, allen Menschen umgeht, habe ich aber bis heute in guter Erinnerung.

Ich lernte den Abschaum der Menschheit kennen (Zuckerberg), die das Schlechte dieser Welt repräsentieren und muss erkennen, dass ich da nichts tun kann.

Persönlich habe ich mich weiter entwickelt. Auch wenn das furchtbar weh tat und alles andere als schnell von statten ging/geht. Ist halt alles kein Hollywoodfilm.

Vergessen habe ich ihn nie dabei. Ich kam irgendwann zu dem Punkt der Akzeptanz. Dass er nicht mehr an meinem Leben teilnimmt, aber ein großer Teil meines Lebens ist.

Ich höre seine Stimme wieder. Ich erfahre, dass ich diese Ex bin. Die seine neue Freundin nach mir, wohl nie losgeworden ist. Dass ich immer präsent war. Seine Zweifel kannte ich.

Der ExEx weint am Telefon. Ich versuche meine Gefühle zu beobachten. Ich bin 100 Prozent ich. Wie bei keinem Mann sonst.

Ich sage: Vielleicht müssen wie akzeptieren, dass es diese Verbindung für immer zwischen uns geben wird.

Er nahm mich immer wie ich bin. Ich musste nie Angst haben. Und ich werde jetzt einmal kurz sehr rational:

Mittlerweile bin ich diese Suche Leid. Auch wenn man es nicht Suchen nennen mag, ich bin es Leid, dieses Kennenlernen. Ich kriege das Kotzen, wenn ich an die Nachrichten in Tinder denke, lieblosen Sex und Diskussionen über whatever. Ich bin Unsicherheit leid und abwarten. Darüber, dass ich nicht sein kann wer ich bin, dass ich mir anhören muss, anders sein zu müssen. Für wen?

Ich bin es leid, dass ich denke, falsch zu sein, dass ich denke, ich muss einem Typ, der nicht mein Freund ist, seine Sachen in seine Wohnung zu tragen, oder mir einreden, dass ich es aushalten muss, nicht jeden Tag von meinem „Freund“ (der Wolf) zu hören.

Ich bin es leid, dass andere meinen mir sagen zu müssen, dass ich zu verwöhnt sei. Sagt wer? Wer meint urteilen zu dürfen, dass ich es nicht verdient habe, gut behandelt zu werden? Ich es verdient habe, alleine nachts an einem Bahnhof stehen gelassen zu werden? Wer sagt, dass man schlechtem mit schlechtem begegnen sollte, ist für mich der verdorbene und verlorene, der keine Ahnung hat von Liebe. Wer denkt, dass 300km zu viel sind um Liebe zu erhalten, der wird bei jeder Schwierigkeit einen Rückzieher machen und hat keine Ahnung und vor allem eines: Keine Lust.

Ich werde mich nicht ändern, ich werde mich bessern.

Aber nicht, um etwas oder jemanden zu bekommen. Das habe ich verwechselt.

ExEx: Ich verdiene viel Geld, bin aber unglücklich.

In diesen zwei Jahren ohne mich.

Wir sprechen 4 Stunden am Telefon. Damals, als wir noch ein Paar waren, erzählt er. Und er den Sommer über bei seiner Familie war, in seiner Heimat. Wo er erst einmal Internet besorgen musste, damit wir Kontakt haben konnten, weil es dort einfach nichts gibt, außer das Hier und Jetzt. Dort, da hat er eine andere Frau geküsst, sagt er und weint.

Ich bin sehr still. Niemand anderem, außer ihm, verzeihe ich. Ich bin wütend, aber nicht wie früher und nur kurz.

Er erzählt, wie für seinen Vater eine Welt zerbrach, als wir uns trennten. Er weinte tagelang.

Diese ganze Geschichte ging so viel tiefer, nahm so viel mehr Menschen mit.

Ich kann nicht in Worte fassen, was ich fühle.

Doch ich weiß eines: Rationalität und Emotionalität ist eines. Die andere Seite ist das Körperliche. Ich würde gerne herausfinden, was das auslösen würde in mir.

Jetzt, nach zwei Jahren.

Gabriel und ich

„Jeden Tag beobachte ich die Menschen auf ihrer Suche nach dem Glück und dem Frieden und der Liebe – und jeden Tag erlebe ich, dass diese Suche zu einer Jagd wird, die in den Abgrund führt.“
Gabriel Barylli

Manchmal wache ich auf und weiß nicht wo ich bin. Heute habe ich mir vorgestellt, wie es ist, wieder zurückzugehen.

In der zweiten Heimat gibt es einen Ort, den jeder kennt der im Umkreis von ihm wohnt. Ich habe geträumt, dort zu sein, mit all meinen Freunden und Menschen, die ich mag. Mit meiner Familie. Es war nachts und wir haben dort im Freien geschlafen und den exotischen Vögeln zugehört.

Am nächsten Tag träumte ich von meiner Familie. Ich habe Heimweh und das Gefühl nirgendswo hinzugehören.

Ich frage meinen Vater: Wie schaffst du es, dass du so in dir ruhst? Wie macht man das?

Meine Tante schickt mir ein Bild unserer Familie von früher. Mein Vater hat wilde Locken, trägt eine Nerdbrille und einen riesigen gelben Oversize-Parka. Er wäre heute der perfekte Hipster 😀

Meine Maman sieht so elegant aus mit ihrem Hut und schwarzen Lederhandschuhen und lacht glücklich in die Kamera.

Ich liebe sie so.

Mein Vater sagt: Du musst die Liebe in dir selbst finden. Daran musst du dich festhalten, das muss dein Anker sein. Kein anderer Mensch, auch nicht ich.

 

Warum bin ich jemals weggegangen?

Schon klar, sonst würde ich das alles nicht erkennen können.

Scheiß Melancholie……

Für heute.

20 Minuten

…. die für einen Moment all meinen Selbstrespekt zerstörten.

Für einen Moment.

Zuckerberg: Sei um 8 Uhr da!!

Ich komme 20 Minuten später. Ohne Grund. Ich kann es dir nicht erklären. Es gibt dafür weder eine Intention in die eine, noch in die andere Richtung. Das bin ich. Es scheint eine Charaktereigenschaft zu sein. Und so sehr ich verstehe, dass es andere ärgern kann, so sehr, muss man damit klar kommen, wenn  man Teil meines Lebens sein möchte.

Der Plan war Ikea zu besuchen. Der bis 21 Uhr geöffnet hat. Deswegen war es wichtig pünktlich zu sein. Ich verstehe das. Nur das der Besuch bei Ikea nicht dem Besuch bei der Bewährungshilfe ist, bei dessen Versäumnis der Knast ruft.

Anders bei Zuckerberg.

Er fährt ohne mich. Zu diesem Zeitpunkt ist mein schlechtes Gewissen noch so groß, dass ich beschließe zu warten, bis er zurück kommt. Alleine, in der Kälte, an einem Ort, an dem man sich als Frau um diese Zeit eigentlich nicht länger aufhalten sollte. Ich telefoniere währendessen mit verschiedenen Freunden. Warten oder nicht warten? Die Meinungen fallen unterschiedlich aus. Aber ich mache sowieso was ich will.

Irgendwann breche ich auf. Denn er wird mich natürlich nicht abholen. Während der Fahrt ruft er mich an: Du musst mir helfen, das Auto auszuladen.

Ich. Sein Date. Ich, seine Nicht-Freundin.

Selbst das mache ich noch. Zu dem Zeitpunkt wartete ich schon 45 Minuten auf ihn in der Kälte und trage sein Zeug durch die Gegend. Als wir fast in seiner Wohnung angelangt sind, fällt irgendetwas aus diesem Korb und er schreit: PASS DOCH AUF!

Ich werfe wütend alles auf den Boden. Und begehe den Fehler, mit nach oben zu gehen.

Die Stimmung ist seltsam. Ich fühle mich selbst nicht mehr. Er suggeriert mir, dass ich das verdient habe. Da ich ja zu spät sei. Auge um Auge, Zahn um Zahn, sagt er.

Während ich für diesen Moment, indem ich hier sitze all meinen Selbstrespekt verlor, verliert er ihn vor mir. Er ist nur am Handy. „Kannst du jetzt mal wieder normal sein oder was?“ , ruft er ungeduldig. Er versucht mich sogar zu küssen und drückt mich aufs Sofa. Sein Ernst?? Er will jetzt Sex? Aus dem Nichts?

Er ruft seinen Freund an, der fragt: Schon vorbei oder was?

Zuckerberg: Nein, die sitzt gerade neben mir und ist furchtbar anstrengend.

Er lacht wie ein kleines Kind dabei, unheimlich. Ab diesem Punkt realisiere ich langsam, dass ich hier in einem Film mitspiele, der langsam aber sicher die Grenzen von Spaß und Drama überschreitet. Ich bekomme Angst.

Er zeigt mir auf seinem Iphone die Seite, die er am häufigsten besucht. Eine Pornoseite.

Ich sage, dass ich mich unwohl fühle. Er steht auf und ist außer sich. Er fängt an mich zu beschimpfen und hört nicht auf damit. Zu diesem Zeitpunkt stehe ich wie unter Schock. Es ist ganz ganz komisch. Als ob ich betrunken wäre. Ich ziehe mich an und irgendwie habe ich so große Angst, dass ich mich nicht bewegen kann. Ich stehe noch im Flur und er geht auf mich zu und reißt mich raus. In diesem Moment will ich mich umdrehen, da mein Handy und andere Dinge noch dort liegen. Ab diesem Punkt ist alles vorbei.

Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie so eine Angst vor einem Menschen und war in einem Zustand, in dem ich nicht mehr klar denken konnte. Auf dem Weg zu seinem Auto hört er nicht auf zu reden: Ich bin ein schlimmer Mensch, das letzte. Wie es auf dieser Welt auch nur Menschen geben könnte, die jemanden wie mich mögen könnten. Ich sei in meinem Prinzessinverhalten gefangen. Währenddessen laufen mir nur die Tränen runter. Als wir beim Bahnhof ankommen, schreit er mich an, auszusteigen.

Ich erinnere mich kaum, wie ich nach Hause kam.

Normalerweise bin ich was solche Dinge angeht ein sehr kommunikativer Mensch. Ich teile diese Dinge mit meinen Freunden, rede darüber. Aber in dieser Nacht nicht. Ich bin wie gelähmt. Ich denke dieser Zustand kommt einem Schock ziemlich nahe.

Auch am nächsten Tag melde ich mich bei niemanden. Aber meine Freunde.

Als ich erzähle, wird mir erst klar, was mir passiert ist. Was passieren hätte können.

Freunde: Ich mag dich, und X und Y auch. Wir alle mögen dich. Und wir sind in unserer Auswahl viel selektiver und lassen nicht jeden an uns ran.

Das Argument „Keiner mag dich“ von ihm, ist nichts was an mich herankommt. Trotzdem tut das gut zu hören. Meine Freunde sind wie ein Netz, dass mich jedesmal auffängt. Ich beschließe auch meiner Mutter davon zu erzählen, die ab jetzt in Sorge ist.

Meinem Vater erzähle ich besser nichts davon. Ich frage ihn, wie es ihm geht: Ich befinde mich gerade in einer künstlerischen Kraftschöpfungsphase.

Ich muss lachen, das ist so typisch er.

Zu meinem Geburtstag werde ich endlich ein Bild bekommen, dass er nur für mich malt.

Ich denke ein Mensch wie Zuckerberg will aus Angst nur zerstören. All sein Verhalten zielte darauf ab, mich zu bestrafen. Zu brechen. Ich bin schockiert über dieses Verhalten. Meine Fähigkeit zur Selbstreflektion wäre mir fast zum Verhängnis geworden. Denn dieser Fehler, die ich habe, will ich ja verbessern. Der Unterschied ist jedoch, dass ich damit niemals jemanden schaden will, in vollem Bewusstsein. Auch ihm nicht.

Dieses Verhalten ist mir absolut fremd und ich denke, deshalb war ich so schockiert.

Heute geht es mir schon wieder ziemlich gut. Ich freue mich auf das nächste Wochenende, das ziemlich sicher nur besser werden kann 😀 Ich bin so froh und glücklich darüber, dass ich zurück kann in meine Welt, von Bekannten und Freunden und Familie, die mein Bestes wollen und zumindest 100 Prozent nichts schlechtes.

Ich denke Zuckerberg befindet sich in einer ganz anderen Welt, die er sich da ausgesucht hat. Und von der ich Gott sei Dank nicht länger Teil bin. Ich hoffe dennoch, dass er sich davon befreien kann.

Ich öffne eine Sprachnachricht und eine Freundin singt:

When you feel like you’ve been mistreated
And all men are turning backs upon you
Just open up your heart
And let it shine in

Let the sunshine
Let the sunshine in
The sunshine in

Kein Stress und kein Grund

Dieses Gefühl glücklich zu sein.

Ich sitze auf meiner Fensterbank und schaue an den vertrockneten Blumen hinaus in den dunklen Himmel.

Ich bin alleine und habe heute mit keinem Menschen geredet außer meinem Nachbarn, der viel zu offensichtlich auf mich steht.

Und das Gefühl des Alleinseins ist gar nicht präsent. Ich weiß noch, wie ich vor einem Jahr panische Angst hatte. Mein Tag war vollgepackt mit Menschen und Dingen, doch sobald ich meine Wohnung betrat, sich die Ruhe materialsierte, verfiel ich in Verzweiflung. Es war grauenhaft. Eine Qual.

Seit ein paar Wochen verspüre ich wie aus dem Nichts Momente des Glücklichseins. Nicht nur Momente. Es sind Zustände. Es geht mir tatsächlich so gut, wie seit 2 Jahren nicht mehr. Ich werde gefragt, ob ich einen neuen Freund habe. Nein. 😀

Ich bin mein neuer Freund. Mein Leben ist mein neuer Freund. Ich würde es nicht als perfekt bezeichnen, aber es ist einfach gut. Ich bin so glücklich.

Das liegt nicht an einem Mann. Und ich denke, das ist das Geheimnis.

Zwei Jahre des Datings, zahlreicher Beziehungsversuche mit dem Wolf und Episoden mit dem ExEx, in welcher Form auch immer. Und jetzt bin ich hier. Und ich bin ich.

Der Wunsch nach Beziehung und Nähe ist existent. Und ich werde nicht einer dieser Frauen, die sagt: Single sein ist ja sowas von lifegoal.

Ich bin nach wie vor verletzlich. Und nicht geweiht vor dem Verletzt werden. Vor Fehlern.

Aber das erste Mal seit 9 Jahren bin ich mir selbst genug. Nicht in Abgrenzung zu anderen. Ich glaube, ich habe den Satz immer falsch verstanden. Im Gegenteil. Ich bin anderen Menschen, Freunden offener und näher als jemals zuvor.

Ich stehe mit zwei Kommilitoninnen am überfluteten Fluß und der Wind bläst mir die 2 Jahre aus dem Kopf. Wir blicken in die beleuchteten Hügel.


Zuckerberg ruft mich an: Gehen wir zusammen zu Ikea, essen Hot Dogs und bauen danach die Schubladen zusammen auf – nackt?

Ich bin extrem einverstanden damit. Schließlich bin ich ja der Heimwerker.

Aber wenn ich daneben haue, ist das kein Weltuntergang mehr.

Peace.

Entscheidung für mich

 


 

Nachdem Zuckerberg sich wieder meldete und wir ein wirklich nüchternes Telefonat geführt hatten, trafen wir uns gestern again.

Um zu reden. Leider begann dieses Treffen nicht so gut, weil ich ca eine Stunde zu spät kam. Auf dem Weg telefonierte ich mit einer Freundin. Ich erzählte ihr, dass er sauer zu sein scheint deswegen. Sie sagte, dass das wirklich eine Eigenschaft von mir ist, aber wenn er damit nicht umgehen kann, ist es nicht das richtige.

Denn es ist so. Ich komme oft zu spät. Ich vergesse ständig Dinge. Sätze wie : „Ich habe dich gestern vermisst, als wir im soundso waren“ – „Ach das war gestern, ich dachte das wäre heute?!?“ sind Standard. Genauso wie das ich alles mögliche Zeug von mir bei allen möglichen Leute verstreut liegen lassen und es manchmal nicht mal vermisse.

Am Anfang des Jahres schrieb mir der ExEx dass er noch ein paar Dinge von mir hat. Es stellte sich heraus, dass diese paar „Dinge“ eine ganze verdammte Kiste ist. Diese Dinge habe ich nie vermisst, also who cares. Ich jedenfalls nicht so sehr.

Das ist einfach meine Persönlichkeit. Ist kritisch zu betrachten, das weiß ich, das bin aber ich. Dafür kann man mich aber um 3 Uhr nachts anrufen, egal wegen was, ich bin immer für meine Freunde da und das wissen sie auch und verzeihen mir meine chaotische Art.

Jedenfalls kam ich zu spät und Zuckerberg war angepisst. Ich weiß, dass das keine Grundlage ist gerade für so ein Gespräch. Aber ich sagte ihm, dass wir uns ja bei ihm zuhause treffen wollen und dann braucht er ja nicht auf mich zu warten in dem Sinne.

Als ich bei ihm war, war ich wahnsinnig angespannt. Meine ganze Muskulatur war verkrampft. Wir saßen gefühlt meilenweit auseinander auf dem Sofa. Und irgendwie hatte ich nichts zu sagen.

Ich: Soll ich dir jetzt meinen Lebenslauf vortragen?

Zuckerberg: Das wäre ja mal ein Anfang.

Ich: Ich weiß ja noch nicht mal, ob ich hier anfangen will…

Zuckerberg: Und ich weiß nicht, ob ich eine Stelle zu vergeben habe…

Ich: Warum bin ich dann hier?

Zwei Zicken unter sich……

Wir geraten ins Diskutieren. Er verbessert ständig meine Ansichten, mein Verhalten.

Ich: Ich weiß nicht, wie es aushalten soll  mit dir.

Er nimmt jeden Satz von mir auseinander, sucht das Böse darin, will mir Dinge beweisen. Es ist anstrengend as fuck.

Ich weiß doch, was ich für Fehler habe, und ich bin offen dafür an mir zu arbeiten. Nichts ist schlimmer, als wenn ein Mann alles einfach so hinnimmt. Aber komm schon, ein bisschen Akzeptanz ist unumgänglich.

Ich: Wegen was genau bist du in Therapie?

Zuckerberg: Anfangs wegen Eifersucht. Aber mein Problem ist, dass ich mich nie genug geliebt fühle.


Bingo.

Bingo. DING DING DING!


Hier finden wir eine Gemeinsamkeit. Was auch immer das bei ihm auslöste. Was auch immer es bei mir sein mag. Hier haben wir absoluten Konsens. Dieses elementare Gefühl schürt Angst. Nicht genug zu sein. Und vor allem: Man ist ein Faß ohne Boden. Man kann noch so viel Liebe und Gutes hineinwerfen. Es bleibt einfach nichts hängen.

Wahnsinn. Dieser einfache Satz. Der mir selbst so viel klar macht. Meine ewige Unzufriedenheit in Beziehungen. Meine Unsicherheit. Ich schau ihn an und mir wird klar: dieser Mann spiegelt mein Verhalten wider. Exakt. Dadurch versteht er meines so gut. Dieses „Ich will dich nicht, lassen wir es sein.“ , sobald etwas nicht so verläuft, wie man es erwartet. Diese Angst. Immer davor alles hinzuwerfen. Obwohl man es gar nicht will. Ich sage das ihm und er kann vervollständigen was ich sagen will.

Aber das macht es nicht besser. Nur schlimmer. Ich kenne ihn. Er wird verletzen, wenn er verletzt wird. Wenn er denkt, verletzt worden zu sein.

Irgendwann breitet er die Arme aus und sagt: Wie wäre es mit einer Umarmung.

Ich kann nicht nein sagen, wie er das so vor mir sitzt, aber ich bin innerlich wie gelähmt. Auch seine anderen Annäherungsversuche kann ich nicht teilen. Irgendwann bemerkt er das und sagt: Komm doch mal DU auf mich zu.

Ich schaue ihm in die Augen und kann es bestimmt ewig nicht. Ich fühle mich zu ihm hingezogen und denke mir die ganze Zeit schon wie gut er aussieht. Ich bin von mir selbst genervt, dass ich so übertrieben angespannt bin, dadurch so unlocker in meinem ganzen Verhalten. Dadurch bin ich auch nicht nett und freundlich. Das ist typisch.

Ich weiß noch, wie ich schrieb, dass es sich so anfühlt, als würde ich mich selbst küssen, wenn ich ihn küsse. Weil es so ist.

Es ist furchtbar spät geworden. Ich hatte nicht vor bei ihm zu übernachten, aber wir sind beide extrem müde und gehen schlafen. Ohne das was läuft.

Am nächsten Tag habe ich das Bedürfnis ganz schnell abzuhauen. Ein bisschen ist das normal bei mir. Aber nach dieser Erkenntnis ist das Verlangen nach Alleinesein enorm.

Ich: Ich geh dann mal…

Zuckerberg: Willst du nichts essen? Ich habe Pancakes oder Crepes oder…

Ich: Ich fühle mich krank.

Zuckerberg: Willst du was trinken, Tee mit Zitrone?

Ich: Ich habe gesehen, dass du Ingwer da hast…

Zuckerberg: Wir können ja was essen und noch eine Folge schauen.

Okay….ich finde das sehr süß und ich habe wirklich IMMER Hunger morgens. Außerdem bin ich wirklich nicht fit….

Also sitze ich irgendwann mit Zuckerberg beim Frühstück das er gemacht hat, mit Hund zwischen uns, da, während er irgendwelche Aktien verkauft oder kauft.

 

Irgendwann will ich aber wirklich gehen, ich fühl mich unwohl, weil ich noch in der Mascara von gestern dasitze und nachdenken will.

Ich: Ich gehe jetzt.

Zuckerberg: Ich geh mit dir, wir müssen eh raus.

Ich: Ja, aber ich geh jetzt sofort gleich!

Zuckerberg: Ich kann dich auch fahren.

Scheiße nein, ich will einfach nur gehen 😀

Aber ich warte auf ihn. Draußen ist es dann besser. Er fragt, ob ich noch eine Runde mit ihm und dem Hundi geh bevor ich zur Ubahn geh und da ich jetzt nicht mehr ganz so angespannt bin geh ich noch mit ihm. Wir reden über andere Dinge und das ist gut.

Als wir bei der Station ankommen, hoffe ich, dass er nicht auf den Gedanken kommt, noch mit runter zu kommen. Ich umarme ihn zum Abschied und bleib noch dumm stehen, weil ich warte, dass er sich umdreht.

Ich: Danke für das Frühstück.

Irgendwie umarmen und küssen wir uns dann nochmal und weil er sich nicht umdreht, muss ich das wohl tun.

Ich weiß nicht wie es weiter geht. Die Entdeckung, dass wir in genau demselben Punkt ein Problem haben macht mir Angst. Da ich dadurch genau weiß, wie diese Verhaltensmuster aussehen und was eigentlich dahinter steckt. Ich sehe mich darin wieder und damit eine Menge Stress.

Ich überlege, was richtig ist. Ist das eine Chance oder der Untergang. (Ich erkenne durchaus die Dramatik in dieser Formulierung 😉 )

Zuhause fällt mir auf, dass ich etwas bei ihm vergessen habe. Als ich mein Handy nehmen will, um ihm das zu schreiben, war er schneller….

Zuckerberg: Wie gehts dir? Du hast dein Ladekabel hier vergessen…

 

Ich denke, dass wird mich noch ein wenig beschäftigen. Aber meine Emotionalität ist im Vergleich zu vorher sehr gesunken. Das fühlt sich auf der einen Seite leichter an, aber irgendwie ist diese Spannung ein bisschen weg. „Die Luft ist raus“ ist vielleicht etwas zu weit gegriffen, aber am Boden der Tatsachen angekommen beschreibt es wohl ganz gut.