T-Rex

Eifersucht und Wut durchfrisst meine Selbstwürde. Meine Hoffnung und meine Leichtigkeit zerschlagen sich in dieser Nacht. Ein Hund ist er, ein Lügner.

Und ich bin unfassbar hässlich. Zu schwer, zu alt, zu ungesund, zu faltig.

Letztens sagte ich: Ich sehe wie sich langsam Angela Merkels Züge in meinem Gesicht manifestieren.

Ablehnung auf ganzer Linie. Hoch und runter. Was will er denn mit mir. Ich weine im Bett während ich mir seine Exfreundin anschaue.

Das gleiche hatte ich auch damals mit Alexis. Seine Ex ist ein Laufstegmodel. Entsprechend viele Fotos gibt es von ihr online zu finden. Mit jedem Foto dass ich durchscrolle, sank mein Selbstbewusstsein. Nicht nur zu Boden, sondern noch tiefer ins Erdreich. Selbstbewusstsein im Minus quasi.

Mit der Ex der Corona Liaison ist es ähnlich. Die ist zwar nicht offiziell Model, versteht sich aber hervorragend auf Instagram so zu präsentieren. Zudem ist sie 8 Jahre jünger als ich.

Ich habe gerade nichts mehr übrig. Nichts mehr an Selbstbewusstsein, auch nicht an Logik. Ich weiß doch genau, wie das ist mit Insta. Ich werde das nie vergessen, wie ich mal die Mitbewohnerin des Wolfs nur über Instagram gesehen habe. Als ich sie dann wirklich kennen lernte, habe ich sie kaum erkannt, so dermaßen groß war der Unterschied.

Doch trotzdem. Ich heule und beheule meine Unperfektheit. Mein nicht ideal sein, mein in diesen Momenten zu dick sein, meine was auch immer gearteten Missstände. Ich komme mir wie der hässlichste Mensch auf Erden vor. Wie ein T-Rex der neben diesen zierlichen Giraffen herhechelt.

Ich bin im Detektivmodus und entdecke, dass er ein Foto einer dieser seltsamen InstagrambitchesBeauties gelikt hat. Ihr wisst schon, diese Frauen, die halb ihre Möse zeigen und das in jedem Bild und die irgendwie ihr halbes Leben auf Bali im Sand leben.

Da brennt bei mir eine Sicherung durch.

Ende. Aus.

Ich weiß, wir sind kein Paar, ich weiß wir haben uns noch nie gesehen, ich weiß, ein Bild zu liken von einer dieser Ischen ist kein Betrug, sondern mindestens mit Trieb zu erklären. Aber ich brenne durch. Ich weiß, dass das in erster Linie an meinem Selbstbewusstsein liegt.

Doch warum muss ich eigentlich immer die Neue sein, die die Hässlichere ist? Bei der die Freundinnen der Ex den Kopf zusammenstecken und sagen: Also mit deeeeeer hat er ja einen Abstieg hingelegt im Gegensatz zu dir.

Warum kann ich nicht mal der Aufstieg sein?

Mein Charakter muss ja wirklich 1A sein, mein Humor berauschend, meine Intelligenz betörend.

Ich haue es ihm über den Kopf. Schicke eine lange Nachricht in schlechtem Italienisch. Nachts um 3 ruft er an. Ich wache auf und schlafe sofort wieder ein. Ich habe gerade geträumt in einen imaginären Zug nach Mailand zu steigen.

Am Morgen ruft er dann nochmals an. Ich bin hysterisch im Bett und klage eigentlich nicht ihn, sondern mein fehlendes Selbstwertgefühl an, meine Frustration, mein Ich, mein Selbst, dass seinen eigenen Ansprüchen nicht genügt.

Ich will aufhören, aus, vorbei- deine Schuld. Der T-Rex brüllt und heult.

Ich begrabe es. Vom T-Rex zum Godzilla der eine brennende Schneise der Zerstörung hinter sich her zieht.

Er sagt: Das klingt nach einer Ausrede, dass zu beenden.

Schmerzen

Jedesmal aufs Neue. Ich leide für ein paar Tage, komme kaum aus dem Bett und nichts geht mehr. Bis es langsam aufhört und bald schon wieder von vorne los geht.

Was sich im ersten Moment wie meine Datinghistorie anhört ist aber eigentlich mein Menstruationszyklus.

Schmerzen, sodass nichts mehr geht. Hanf- Pfefferminztee statt gestern Secco mit Muttern.

Naja, jetzt liege ich im Bett und bin froh, immerhin heute keine dringenden Verpflichtungen zu haben. Der Haushalt kann warten.

Wobei die Wäsche sich schon stapelt…

Langsam fühle ich mich irre mit meiner Corona Liaison. Angst, Eifersucht und manchmal auch ein kleines bisschen das Gefühl, dass bald die Luft raus sein könnte. Italien hat die Quarantänepflicht für Einreisende eingeführt. Test hin oder her. Was für Rückkehrer oder Leute, die länger bleiben durchaus machbar ist (5 Tage), macht für jemanden wie mich, der vielleicht gerade mal 4-5 Tage bleiben wöllte natürlich gar keinen Sinn.

Er meint, spätestens im Sommer wird das sicher wieder aufgehoben. Italien hat auch einen ziemlich detaillierten Öffnungsplan ausgearbeitet. In welchen Monaten was wieder geöffnet wird. Von der Quarantäne ist da aber keine Rede. Wobei es sicher keinen Sinn macht, diese beizubehalten, wenn das Land trotzallem auf Tourismus setzen sollte im Sommer.

Es ist einfach unplanbar. Und ich habe wirklich Angst, dass wir langsam Auseinanderdriften könnten mit der Zeit.

Obwohl sich meine Gefühle verändert haben. Ich bin weich und liebenswürdig mit ihm. Weil er einfach so verdammt lieb ist. Jeden Tag aufs Neue. Aber wir können einfach nichts Neues mehr miteinander erfahren und erleben.

Vielleicht kann es aber auch bald ganz schnell gehen.

Ich habe irgendwie das Gefühl, als muss ich das bald endlich zu Ende bringen. Das was wäre wenn auslöschen.

Zu schlechtes Fleisch

Wie wir wissen, wissen wir meistens das meiste, lieben es jedoch lieber unsere Augen zu schließen. Und wenn wir sie nicht selbst verschließen, haben wir es gerne, wenn uns jemand schützend seine Hand über unsere Augen legt.

Heute das erste Mal seit Ewigkeiten Hähnchenfleisch gegessen. Seitdem ist mir übel. So tief drin. Ich fühle mich vergiftet. Als ob ich einen Fremdkörper in mir habe. Und das ist auch noch die Wahrheit. Ich habe freiwillig einen Körper verspeist.

Und er bekommt mir nicht. Der Körper und die Wahrheit.

Heute mal wieder festgestellt, wie sexy ein Wiener Akzent ist. Ich hoffe, wir machen noch viele weitere Bücher mit den Wienern.

Was soll ich meine Nase auf ewig ins digitale stecken, das so vieles abgelöst hat?

Heute habe ich die falsche Versacetasche erhalten. Kein Lack, sondern matt. Meine Pflanze vertrocknet mangels Wasser.

Am Montag nach der selbstgemachten Schokotorte einen Selbstgebrannten gekippt. Ich glaube, das hat uns und der sterilen Umgebung gut getan. Ich war die Anstifterin.

Alles fühlt sich manchmal so halbtot an.

Meistens bin ich ziemlich glücklich, wenn ich in der Küche aus dem Fenster rauche. Ich rauche die Zigarette auf, wie meine Erinnerungen. Ich inhaliere sie tief ein, halte sie einen Moment fest, bevor ich sie gehen lasse.

Ich bin auch glücklich heute ein noch unveröffentlichtes Buch lesen zu dürfen. Von ihm, dem Schriftstellerchen. Er macht mich damit einen Abend oder zwei glücklich. Vielleicht auch drei.

Irgendwann würde ich ihm gerne sagen, was er für ein besonderer Mensch ist. Vielleicht weiß er das aber auch selbst. Es gibt sicher den ein oder anderen Stiefellecker in seinem Umfeld und ich will nicht dazu gehören.

Parfum, dass ich nicht uneingeschränkt empfehlen kann: love story von Chloé.

“Uns ist noch ein Fehler im Manuskript aufgefallen, können wir das noch ändern?”

“Wissen Sie, online ist das kein Problem. Die Printversionen sind in diesem Fall ja aber sowieso zu vernachlässigen“

Letztens zieht sich ein sogenannter Jüngling auf seinem Dachbalkon aus.

Meine beste Freundin ruft: Schnell, komm her, da ist ein Jüngling!!

Die Begeisterung in etwa so, als ob sie eine seltene Spezies in der Natur entdeckt hat.

Ich hetze ans Fenster und rufe ihm laut zu: Hey!!

Er bemerkt uns und wir winken ihm zu. Gaffend. Schön definiert ist er, kantiges Gesicht. Knackig. Ein schöner fremder Körper.

Er winkt zurück.

Seitdem schaut er immer wieder neugierig rüber, während er sich sonnt. Ich überlege kurz mein Oberteil ebenfalls auszuziehen, beschließe aber, eine brave Jünglingin zu sein.

Coronalifestyle. Was will man machen.

Kleines

Wie ein verletzliches armes kleines Ding. So fühle ich mich manchmal. Hängengeblieben an den Dornengestrüppen des Lebens.

Wir lesen Gedichte von Leonard Cohen und hören schön laute Musik. „Harlem River“ von Kevin Morby“, „Losers“ von Balthazar.

Irgendwo brennt ein Weihrauchräucherstäbchen und wir rauchen Cannabidiol.

Es ist erstaunlich wie schwer einen einzelne Erfahrungen, vermeintlich kleine Begebenheiten aus der Vergangenheit bis ins Hier und Jetzt verfolgen. Fast unabschüttelbar.

Ich fühle mich manchmal so schwach und bedrückt. Wenn das weggewischt ist, bin ich fröhlich und unbeschwert und reiße die Menschen um mich herum mit. Ein einziges Lachen, glühend und frei.

Ich möchte ein paar Erfahrungen am liebsten ungeschehen machen. Nicht die Nicht-Happy-Ends, nicht das Auf die Schnauze fallen mit manchen Menschen. Ich wäre gerne einen Ticken stärker gewesen in manchen Fällen, während des Scheiterns, ein bisschen klarer in meinen Gefühlen, ein bisschen offener. Mich selbst ernster nehmend.

Ich möchte Verflossene anrufen und sie darüber aufklären, mit was sie falsch lagen und mich befreien. Und ich möchte in die Vergangenheit reisen und mich selbst beschützen.

Manchmal wenn ich mit meiner Corona Liaison über diese Geschichten spreche, ist er fast sprachlos. Bzw. ich spüre, wie er sich wundert. Er wünscht mir einen klareren Blick, unabhängig von dem, was zwischen ihm und mir ist.

Unabhängig davon, gab es einen Moment: Er liebt es Spaziergänge zu machen. Er macht sie alleine. Er holt sich ein Eis und setzt sich auf eine Bank. Er ist glücklich, schickt mir ein Video von sich. Er ist so furchtbar einfach gestrickt, sodass ich manchmal denke, dass er stumpf oder zu trivial ist. Ich verwechsle die fehlende Dramatik mit Stumpfsinn.

Er will sich meinem Vater vorstellen, er telefoniert mit meiner Freundin und mir zusammen und wir reden über Mozzarella und den idealen Pizzaboden: Wenn die Basis nicht stimmt, ist der ganze Rest unnnütz.

Ich werde langsam sicherer. Meine Angst ihn bald zu treffen wird weniger. Ich bin entspannter. Die Sicherheit wächst, dass die Zuneigung und Vertrautheit zwischen uns echter ist, als zu vielen der Männer, mit denen ich in der Vergangenheit vermeintlich „nah“ war. Ich habe aber gleichzeitig auch nicht diesen seltsamen Antrieb, dieses innere Getriebensein, das „festzuhalten“, es festzuzurren und zu konservieren für die Ewigkeit. Die Zugewandtheit ist natürlich und frei und „bringt“ mir mehr, auch ohne ein Label, ohne ein Versprechen.

Let me be who I’m meant to be

Liebe zu den richtigen Menschen. Für mich. All das habe ich heute gespürt.

Genauso wie meine eigene Einzigartigkeit.

Ein bisschen Sonne, ein bisschen Liebe nur, und wir gehen alle auf wie ein Hefeteig. Gefühlsmäßig.

Charles Bukowski lesend fahre ich Zug. Die Zeilen berühren mich so sehr, dass ich an einer Stelle das Buch mit Energie auf den Sitz schlage. Kurz danach sehe ich mich um, ob jemand diese kleine Verrücktheit sah. Doch nein, alle abgeschottet mit Kopfhörern in den Ohren und Handy vorm Gesicht.

Ich schaue auf die vorbeiziehenden Landschaften.

Und lebe gerne. Und bin glücklich.

Charles Bukowski

Lana del Rey

Roter Nagellack auf 8 von 10 Fingern und ein Ring mit der Aufschrift Heaven.

“I come from a small town far away, what about you?”

Ich steige aus dem Zug und beschließe die Tickets nach Neapel zu buchen.

Manchmal ist es gut fotografiert zu werden, denn dann verschwindet dieser grauer Schleier, der sich um das eigene Selbstbild legte.

Der Ernst oder Unernst der Lage

Ich stelle mir viele Fragen heute. Auslöser ist ein Treffen mit einer Freundin, die immer den Punkt trifft. Mit Klarheit und Unaufgeregtheit.

Warum treffen wir uns nicht?

Es wäre möglich. Jetzt.

Ja, es wäre aufwändig. Nicht nur, dass ein Flug mit allem Zipp und Zapp nicht schon sowieso aufwändig wäre. Nein, diesmal stehen zusätzlich noch Tests im Weg, Formulare über den Grund des Aufenthalts, eine Quarantäne bei Rückreise und Meldungen bei diversen Behörden. Das alles verursacht auch Kosten.

Uff.

Plus Angst.

Denn ich nehme das nicht auf mich, weil ich eine altbekannte Freundin oder Verwandten treffe. Sondern trotz allem eine unbekannte Person. Mich erwartet nach all dem Stress Unsicherheit.

Plus Ängste und Selbstzweifel, die mich seit Corona viel mehr plagen. Angst, nicht gut genug zu sein. Ihn zu enttäuschen. Angst, dass er nicht passt und ich mich unwohl mit ihm fühle. Insgesamt also ziemlich viel Angst.

Nochmal Uff.

Sind das schon Gründe genug?

Doch auf was warten wir genau?

Es wird nicht so schnell wieder Normalität eintreten. Die Tests vor Flügen werden bleiben. Selbst wenn sich in Ländern die Situation bessert. Schließungen und Maskenpflicht.

All das. Wird noch lange andauern. Auf welche Normalität soll ich also warten? Ein „Wie früher“ wird nicht mehr so bald kommen. Auch nach zig Lockdowns wird ein Virus nicht auswandern. Es wird bleiben. Warten, bis die Menschen durchgeimpft sind?

Da kann ich noch lange warten.

Ich will mich auch nicht zu sehr verstricken im Außen.

Ich bin einfach nur gerade erschöpft. Weil ich mir dumm vorkomme, wenn jemand mich das fragt. Weil ich mir dumm vorkomme, länger zu warten. Weil ich mir dumm vorkomme, nichts zu tun.

Weil ich mir dumm vorkomme, emotional immer weiter involviert zu sein mit einem Mann, den ich noch nie gesehen habe.

Das Problem ist auch Vertrauen. Erwartungen.

Ich habe gerade keine Leichtigkeit. Ich tendiere gerade dazu, das alles eher hinzuwerfen.

Und dann?

Zum Teufel, was wartet hier? Der Abgrund der Bumble- und Tinderhölle? Der Schlund der schlechten Dates?

Ich habe auf diese Dinge keine Lust mehr.

Doch gibt es nur diese beiden Alternativen? Dating im Ausland oder schlechte Dates im Inland?

Natürlich nicht. Es ist einfach so, dass furchtbar wenige Männer wirklich kompatibel sind mit mir. Aber selbst das ist halt normal. Passendes zu finden ist schwierig. Ich würde anders daten. Ich kann mir jetzt nicht mehr vorstellen meine Zeit mit einem Arschloch zu verbringen. Es ist mir schleierhaft, wie ich Gefallen und Zeit finden konnte, an und für Männer, die im Grunde genommen, zutiefst verunsichert und/oder schlichtweg inkompatibel sind. Ohne sie schlecht zu machen.

Hey, ich habe schon Probleme ein Kleid zu finden momentan, dass ich als passend empfinde. Stoff, Farbe, Form und Preis. Wo ich mich richtig gut drin fühle und nicht nur denke: Ok, immerhin sitzt es...

Wisst ihr, was ich meine?

Wenn man erst mal in den Genuss der Erleuchtung gekommen ist, zu wissen, was man wirklich will, dann wird es auch nicht leichter, jemanden zu finden. Man läuft nur nicht mehr so oft mit einer Farbe rum, die einem einfach nicht steht.

Geburtstag (sex, sex, sex)

SECHS Jahre bin ich nun schon hier auf WordPress. 6 Jahre schreibe ich über Gefühle, Beziehungen und Nicht-Beziehungen, Sex, Liebe und Dating. Wobei der Sex ein bisschen zu kurz kommt. Da sind andere im Beschreiben besser. Mir ging es nie um Erfolg, während ich hier meine Storys poste. Nein, ich führe Buch und habe einfach enorm Spass am Schreiben und am Lesen und erinnern.

Deshalb habe ich mal in meine Statistik geschaut um herauszufinden, welche Beiträge klickmäßig am erfolgreichsten waren. Auffällig ist ja, dass sich Stichworte wie Sex, Dating und Tinder etc. besonders gut machen. Keine Überraschung…ich sollte doch wohl mehr auf Sex setzen in meinen Titeln 😀

Die meisten meiner alten Beiträge hier von damals habe ich mittlerweile auf privat gestellt. Insbesondere die Telenovela mit dem Wolf damals. Für dieses kleine Best-of habe ich aber auch die uralten Beiträge wieder auf öffentlich gesetzt.

Ich finde es soooo interessant, wie ich damals gedatet und geliebt habe. Oftmals mit mehr Leichtigkeit und Lust. Doch dramatisch und spannend war es schon immer.

Und es war so einiges los. Niemals hätte ich gedacht, dass ich das Dating mal ganz aufgeben (muss) und in einer online Beziehung stecke, mit einem Mann im Ausland. Danke Corona…

2016: Immer in der Hoffnung, dass

2017: Aus dem Leben eines Ghosters

2018: Der Sizilianer (6): Sex oder das Tinderdilemma

2019: There will be miracles

2020: Dating-Loser

2021 bis dato: Sexlos

Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Und ich denke an all meine treuen Leser und Kommentatoren….Ich würde gerne mal wissen, wer von Anfang an dabei war….

Vielleicht genau du???

Warum schreibst du mir eigentlich nie???

😀

Pretty in pink

Mir fällt gerade kein Titel ein. Wollte den Beitrag schon Laptop nennen, da ich gerade mit einem neuen Laptop schreibe, den er mir ausgesucht hat, weil ich echt keine Ahnung habe.

Er. Er hat auch zwei Fotos von uns ausgesucht, sie auf die gleiche Größe gebracht und nebeneinander gefügt. Das hat er ausgedruckt und mir per Post geschickt. Inklusive Brief. Geschrieben auf altrosanem Briefpapier, das parfümiert ist.

Ja, das strotzt nur so vor romantischem Kitsch. Aber ich akzeptiere das. Weil er sich halt bemüht und ich will nicht zynisch sein. Es gibt kein Ziel. Was mag das schon sein?

Uns trennen Welten. Damit meine ich nicht unbedingt die Distanz. War schon einmal jemand in Neapel? Ich schon….Und er zählt nicht besonders zu den modernen Männern. Oder weltaufgeschlossenen. Letztens hat er mich gefragt, ob wir in Deutschland Spaghetti Bolognese kennen. Ähm…..ja….. Es gibt hier sogar Pesto…

Sei´s drum.

Jenseits des Kitsch und der Ignoranz (vielleicht kann man auch Naivität dazu sagen) ist er unglaublich lieb. Einfach nur lieb. Lieb. Freundlich und unglaublich….bei mir. Mein Herz ist wieder weich. Dazu hat es wohl diese doppelte Menge an Romantik gebraucht. Wie ganz viele Pflaster aus Romantik die über diese Herzensrisse geklebt wurden. Heilen kann ich nur alleine. Und vor Enttäuschung schützt mich nichts. Aber er trägt zur Heilung bei mit all diesen Dingen. Und dafür bin ich dankbar. Auch wenn die Blase sich in Luft auflösen sollte, wenn wir uns treffen. Weil uns Dinge einholen, die wir einfach so momentan nicht abbilden können. Oder weil sonst was ist.

Ich habe es wieder erlebt, wie das sein kann. Könnte. Ein Mann, der sich Mühe gibt, sich ausdauernd interessiert für mich. Und für den Sex unglaublich an Emotionalität gebunden ist.

Er ist wie eine warme Badewanne voller warmherzigen Gefühls, in die ich mich reinlege.

Madre II

Meine Mutter ist bei mir und ich rede ein bisschen über meine Corona Italien Liaison. Sie ist skeptisch. „Das ist doch sicherlich ein Fake….“

Ich schreibe ihm das ein bisschen aus Spaß. Daraufhin nimmt er ein Video für meine Mutter auf und stellt sich ihr persönlich vor.

Ich muss so lachen 🤣 dieser Mann schreckt vor nichts zurück!

Danach ist meine Mutter ein wenig beruhigt. Zweifelt aber dennoch an seinen Intentionen…

Da müsste er sie schon persönlich kennenlernen, um sie zu überzeugen meint er.

Es ist einfach herzerfrischend, dieser Typ.

Was wäre wenn

Wenn ich dachte, wir könnten uns nicht näher kommen als bisher, habe ich mich geirrt.

Ich mag ihn so sehr. Manchmal denke ich auch, dass er der ideale Mann ist für mich. Lange lange habe ich mich nicht so gut verstanden mit einem Mann. Das Kennenlernen läuft andersrum ab. Das Innere zuerst. Kein Sex, keine körperliche Nähe.

Dennoch ist es gefährlich. Es kann alles zu sehr Luft sein. Gestern sagte mein Kumpel, dass es ihm zu gefährlich wäre, dass der andere jeweils jemanden in seinem Land kennenlernt, der eben richtig vor Ort ist.

Darüber zerbreche ich mir nun gar nicht den Kopf. Wir können uns immer in einen anderen Menschen verlieben. Und uns umentscheiden. Für jemanden anderen. Gegen das Gegenwärtige. Die Blase eines Paares kann jederzeit platzen. Das ist das Risiko der Liebe.

Ich würde so gerne von Seelenverwandten schwafeln, seinem Charakter, seiner Art zu sprechen und wahrzunehmen schwärmen. Würde ich auch tun, aber hier erlaube ich es mir nicht. Denn: Kann ja auch doch nicht klappen. Wobei das eben immer passieren kann. Nur: Die Gefühle sind nach diesen vielen Monaten größer als ….als was eigentlich? Ab wann ist denn etwas real? Sind es diese Gefühle nicht ?

Das alles ist real: Dass ich mich gut und wohl fühle, wenn ich mit ihm spreche. Dass ich mich verstanden und geborgen fühle, wenn wir ewig telefonieren. Wenn er sich für mich interessiert, sich Kleinigkeiten über mich und mein Leben merkt.

Das Schreckgespenst lautet Projektion. Doch auch hier: Auch in einer analogen Beziehung können eigene Erwartungen und Vorstellungen in die Person hinein projiziert werden. Auch da kann auf einmal ein Bild, eine Maske des anderen fallen, wenn wir mehr Infos erhalten. Doch natürlich bietet diese online Geschichte aber viel mehr Projektionsfläche….

Auch er bleibt vorsichtig was Zukunftsperspektiven angeht. Alles was klar ist, ist dass wir Beziehung wollen. Trotz Distanz. Wenn es denn passt.

Ich könnte mir sogar vorstellen, mit ihm befreundet zu sein. Weil wir so sehr harmonieren. Für ihn ist das allerdings nie eine Option.

Ich bin an niemandem anderen interessiert. Und zwar so lange, bis wir uns endlich getroffen haben oder bis er kein Interesse mehr hat. Was natürlich aus den verschiedensten Gründen sein kann. Oder bei mir ändert sich was auch immer.

Schätze aber, das “Was wäre wenn” auch in seinem Kopf stark verankert ist. Und das ist das Verrückte an der Story: Selbst wenn wir hier und jetzt jemanden kennenlernen und näher kommen etc. Das “Was wäre wenn” wäre spätestens bei der ersten kleinen Krise mit diesem anderen Mensch sofort im Kopf präsent.

Ich freue mich so sehr auf ihn. Auch um der Spannung wegen, der Aufregung, des Abenteuers wegen.

Mittlerweile ist er geimpft. Mittlerweile darf man hier wieder in einen Blumenladen. Mittlerweile ist in seiner Region wieder alles geschlossen.

Ich denke an Mai…